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  • AutorenbildTim Haas

Welche Rechte haben berufstätige Angehörige 


Die Pflege eines nahen Angehörigen ist eine große Herausforderung, die viel Zeit und Kraft erfordert. Viele Menschen stehen vor dem Problem, wie sie die Pflege mit ihrem Beruf vereinbaren können. Der Gesetzgeber hat daher verschiedene Möglichkeiten geschaffen, um berufstätige Angehörige zu unterstützen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Rechte Sie haben, wenn Sie einen Angehörigen pflegen wollen oder müssen.


Deshalb beschäftigt sich der Artikel mit der Frage: Welche Rechte haben berufstätige Angehörige


Was ist Pflegezeit?


Pflegezeit ist eine gesetzliche Regelung, die es Beschäftigten ermöglicht, sich für eine bestimmte Zeit von der Arbeit freistellen zu lassen, um einen nahen Angehörigen zu pflegen. Die Pflegezeit ist eine unbezahlte Freistellung, die bis zu sechs Monate dauern kann. Sie gilt für alle Pflegegrade und für alle Arbeitgeber mit mehr als 15 Beschäftigten. Für Arbeitgeber mit 15 oder weniger Beschäftigten gibt es keine Pflicht, aber die Möglichkeit, eine Pflegezeit zu vereinbaren.


Wer gilt als naher Angehöriger?


Als nahe Angehörige gelten:


- Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Stiefeltern


- Ehegatten, Lebenspartner, Partner in einer eheähnlichen oder lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaft


- Geschwister, Ehegatten der Geschwister und Geschwister der Ehegatten, Lebenspartner der Geschwister und Geschwister der Lebenspartner


- Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder, die Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehegatten oder Lebenspartners, Schwiegerkinder und Enkelkinder


Wie beantrage ich Pflegezeit?


Um Pflegezeit zu beantragen, müssen Sie folgende Schritte beachten:


- Sie müssen Ihrem Arbeitgeber die Pflegezeit schriftlich ankündigen. Das müssen Sie mindestens zehn Arbeitstage vor Beginn der Pflegezeit tun. Dabei müssen Sie angeben, für welchen Zeitraum und in welchem Umfang Sie sich freistellen lassen wollen. Wenn Sie nur teilweise freigestellt werden wollen, müssen Sie auch die Verteilung Ihrer Arbeitszeit angeben.


- Sie müssen Ihrem Arbeitgeber die Pflegebedürftigkeit Ihres Angehörigen nachweisen. Dazu müssen Sie eine Bescheinigung der Pflegekasse oder des Medizinischen Dienstes vorlegen. Wenn Ihr Angehöriger privat versichert ist, müssen Sie einen entsprechenden Nachweis erbringen.


- Sie müssen mit Ihrem Arbeitgeber eine schriftliche Vereinbarung über die Verringerung und die Verteilung Ihrer Arbeitszeit treffen. Ihr Arbeitgeber muss Ihren Wünschen entsprechen, wenn dem keine dringenden betrieblichen Gründe entgegenstehen.


Welche finanziellen Hilfen gibt es während der Pflegezeit?


Während der Pflegezeit erhalten Sie kein Gehalt von Ihrem Arbeitgeber. Sie können aber

unter bestimmten Voraussetzungen finanzielle Hilfen vom Staat bekommen. Dazu gehören:



alt=“Ein Umschlag mit dem Wort ‘Pflegeunterstützungsgeld’ und einem Geldschein, der die finanzielle Hilfe für pflegende Angehörige symbolisiert. Der Hintergrund ist hellblau.”
Eine Grafik, die das Pflegeunterstützungsgeld darstellt, das pflegenden Angehörigen eine finanzielle Erleichterung bietet. Ein grüner Geldschein schaut aus einem weißen Umschlag hervor, auf dem “Pflegeunterstützungsgeld” geschrieben steht. Der helle blaue Hintergrund strahlt Ruhe und Vertrauen aus.


- Pflegeunterstützungsgeld: Das ist eine Lohnersatzleistung, die Sie für bis zu zehn Tage im



Jahr bekommen können, wenn Sie sich kurzfristig von der Arbeit freistellen lassen, um eine akute Pflegesituation zu organisieren oder zu überbrücken. Das Pflegeunterstützungsgeld beträgt 90 Prozent Ihres Nettoeinkommens und wird von der Pflegekasse gezahlt.


- Pflegekredit: Das ist ein zinsloses Darlehen, das Sie für bis zu sechs Monate bekommen können, wenn Sie sich vollständig oder teilweise von der Arbeit freistellen lassen, um einen Angehörigen zu pflegen. Der Pflegekredit beträgt maximal 50 Prozent Ihres Nettoeinkommens und wird vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) gewährt.


- Pflegegeld: Das ist eine Leistung, die Sie von der Pflegekasse bekommen können, wenn Sie einen Angehörigen zu Hause pflegen. Die Höhe des Pflegegeldes richtet sich nach dem Pflegegrad Ihres Angehörigen und liegt zwischen 316 und 901 Euro im Monat. Das Pflegegeld wird direkt an den Pflegebedürftigen gezahlt, der es an Sie weitergeben kann.




Was muss ich bei Versicherungen beachten, wenn ich Pflegezeit nehme?


Wenn Sie Pflegezeit nehmen, müssen Sie einige Dinge bei Ihren Versicherungen beachten. Dazu gehören:


- Krankenversicherung: Wenn Sie sich vollständig von der Arbeit freistellen lassen, müssen Sie sich selbst krankenversichern. Wenn Sie sich teilweise freistellen lassen, bleiben Sie über Ihren Arbeitgeber krankenversichert. Wenn Sie Pflegeunterstützungsgeld oder Pflegekredit bekommen, sind Sie darüber krankenversichert.


- Rentenversicherung: Wenn Sie sich von der Arbeit freistellen lassen, zahlen Sie keine Beiträge zur Rentenversicherung. Sie können aber freiwillige Beiträge zahlen, um Ihre Rentenansprüche zu sichern. Wenn Sie Pflegeunterstützungsgeld oder Pflegekredit bekommen, zahlen Sie darüber Beiträge zur Rentenversicherung. Wenn Sie einen Angehörigen mit mindestens Pflegegrad 2 mindestens zehn Stunden pro Woche pflegen, zahlt die Pflegekasse für Sie Beiträge zur Rentenversicherung.


- Arbeitslosenversicherung: Wenn Sie sich von der Arbeit freistellen lassen, zahlen Sie keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Sie können aber freiwillige Beiträge zahlen, um Ihren Versicherungsschutz zu erhalten. Wenn Sie Pflegeunterstützungsgeld oder Pflegekredit bekommen, zahlen Sie darüber Beiträge zur Arbeitslosenversicherung.


- Unfallversicherung: Wenn Sie einen Angehörigen pflegen, sind Sie über die gesetzliche

Unfallversicherung versichert. Das gilt auch, wenn Sie sich von der Arbeit freistellen lassen. Die Beiträge zahlt die Pflegekasse.


Fazit


Die Pflegezeit ist eine wichtige Möglichkeit, um Pflege und Beruf zu vereinbaren. Sie gibt Ihnen das Recht, sich für eine bestimmte Zeit von der Arbeit freistellen zu lassen, um einen nahen Angehörigen zu pflegen. Sie müssen dabei einige Voraussetzungen erfüllen, können aber auch finanzielle Hilfen in Anspruch nehmen. Sie sollten sich rechtzeitig informieren und beraten lassen, um die beste Lösung für Ihre Situation zu finden.


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